04. Dezember 2014
ISIS – Junge Union befasst sich mit Terror im Nahen Osten

Die Welt erfährt derzeit die stärkste Phase an Instabilität seit dem Zweiten Weltkrieg. 20 Kriege und bewaffnete innerstaatliche Konflikte führen zu einer seit 70 Jahren nicht mehr gekannten Zahl weltweiter Flüchtlinge. Hinzu kommen noch regionale Probleme mit Seuchen wie Ebola. Den zwangsläufigen Bedeutungsgewinn damit verbundener außenpolitischer Fragestellungen nahm die Junge Union am Sonntag (30.11.2014) zum Anlass, sich über die Terrororganisation ISIS zu informieren

 Knapp 20 Teilnehmer waren am Sonntagnachmittag auf Zeche Holland zusammengekommen, um Jugendoffizier Hauptmann Patrick Rohmann M.A. zu treffen. Der Politikwissenschaftler gab zunächst eine Einführung in die politische Situation im Irak und in Syrien. Dann ging er auf die Terrororganisation ISIS ein, die derzeit je ein Drittel beider Staaten kontrolliere.

Das Auswärtige Amt nennt die Bewegung “ISIS” und spricht es auch so aus. Damit wird der Anspruch von ISIS negiert, ein Staat zu sein. Das würde bestätigt, wenn die Eigenbezeichnung “Islamischer Staat” verwendet würde, und würde dann ihrer Propaganda dienen. Die Auseinandersetzung wird auch mit Worten geführt.

Die Rolle anderer Staaten und der Türkei

Besonderes Interesse fand die Analyse benachbarter Regime wie des Iran, Saudi-Arabiens und der Türkei. Die Rolle der Türkei sei ambivalent. Zum einen wolle die türkische Regierung verhindern, dass ISIS sich auf das Territorium der Türkei ausbreitet, zum anderen soll ein Erstarken des syrischen Assad-Regimes verhindert werden. Auch aus deutscher Sicht ist die Unterstützung kurdischer Truppen mit Waffen und Schulung derer Handhabung nur das kleinere Übel, denn dadurch entstünde ein neuer bewaffneter Akteur in der Region. Das Bombardieren aus der Luft, wie die Briten und US-Amerikaner es machen, sei jedoch keine Lösung, ebenso nicht eine Unterstützung des Assad-Regimes. Es gelte abzuwägen.

Was unterscheidet ISIS?

Besonderes Interesse zeigten die Gäste auch der Frage, welche Konsequenzen ISIS und der Konflikt für Deutschland habe. Die Frage nach Kämpfern aus Deutschland und Rückkehrer aus dem Konflikt kam auf und ob sie eine Gefahr hier darstellten. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, sei die Zahl der Kämpfer aus Deutschland pro Kopf der Bevölkerung geringer. Größere Probleme damit hätten Belgien und Dänemark. Die in absoluten Zahlen größten Zahlen an Kämpfern stammten aus Großbritannien und Frankreich. Ursächlich für den starken Zulauf wird die koloniale Geschichte beider Staaten gesehene, die für eine engere persönliche Bande sorge. Es wurde auch darüber diskutiert, wie sich ISIS von anderen Terrorgruppen, zum Beispiel Al-Qaida, unterscheide. Ein Merkmal ist, dass ISIS bemüht ist, staatliche Strukturen aufzubauen, zum Beispiel mit Steuerzahlungen und Schulen.

JU-Bochum

 

 

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